Klatschmohnfeld in Mecklenburg-Vorpommern

23. Tourismustag Mecklenburg-Vorpommern

Die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern blickt auf ein wechselvolles, aber erfolgreiches Jahr zurück: Ein langer, eisiger Winter und der Dauerregen ab Ende Mai wurden schließlich abgelöst von einem Sommerhoch. Diese Entwicklung zeigt sich letztlich auch in den Tourismuszahlen des Statistischen Amtes: Trotz eines vergleichsweise schwächeren zweiten Quartals besuchten von Januar bis September 2013 insgesamt 5,87 Millionen Gäste (+ 1,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres) Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahl der Übernachtungen lag bei 23,96 Millionen (+ 1,5 Prozent). “Ich bleibe optimistisch, dass wir die angepeilten 28 Millionen Übernachtungen am Jahresende erreichen. Mit diesen Erfolgen im Rücken müssen wir jetzt die Weichen für die Zukunft stellen”, forderte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe beim 23. Tourismustag des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Ahrenshoop.

Neue EU-Förderperiode ab 2014

Auch in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 wird das Wirtschafts- und Tourismusministerium weiter den Ausbau der touristischen Infrastruktur unterstützen. “Viele Unternehmen der Tourismusbranche haben investiert und ihr Angebot verbessert. Auch neue Hotels und Einrichtungen, die das Angebotsspektrum für Freizeit und Erholung vergrößern und vor allem zur Saisonverlängerung beitragen, sind entstanden”, lobte Glawe. Künftig werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 940 Millionen Euro zur Verfügung stehen. „Der Schwerpunkt wird insbesondere auf die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur liegen. Saison ist 365 Tage im Jahr. Ziel muss es sein, noch spürbarer ein Land mit Ganzjahrestourismus zu sein“, forderte Glawe. Insgesamt sind seit 2007 aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaft” (GRW) 391 neue touristische Investitionsvorhaben mit 202 Millionen Euro bei Gesamtinvestitionen in Höhe von 786 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium gefördert worden.

Mehrwertsteuersatz für Beherbergungsleistungen

Der Wirtschafts- und Tourismusminister ermunterte Hoteliers und Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern Ersparnisse aus dem gesenkten Mehrwertsteuersatz für Beherbergungsleistungen, weiter für nötige Investitionen einzusetzen. „Die Senkung der Steuer muss beibehalten werden. Unternehmen haben ihre Investitionsplanungen, Personalverabredungen und Fortbildungsmaßnahmen bei Mitarbeitern darauf abgestellt. Diese Maßnahmen müssen auch weiter von den Unternehmen beherzigt und teilweise noch besser umgesetzt werden. Hier ist Weitsicht geboten, insbesondere auch, wenn es um die Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs geht“, betonte Glawe. Die durch die Senkung ausgelöste Investitionsbereitschaft liegt in Mecklenburg-Vorpommern -nach Angaben der DIHK-Saisonumfrage Gastgewerbe- bei 15 Prozent.

Fremdenverkehrsabgabe diskutiert

Insgesamt erwirtschaftete die Tourismusbranche einen Umsatz von rund 5,1 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt direkt und indirekt 173.000 Arbeitnehmer. „Der Tourismus ist ein bedeutender Erfolgsfaktor unseres Landes, dessen Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns weiter wachsen wird. Grundvoraussetzung ist aber, Attraktivität und Qualität der Angebote stetig zu verbessern. Dabei müssen wir beachten, dass die Kosten für die Tourismusanbieter nicht explodieren und die rechtlichen Rahmenbedingungen das unternehmerische Handeln nicht gefährden”, betonte Glawe. Beim Tourismusverband werden in einer Arbeitsgruppe Möglichkeiten einer Fremdenverkehrsabgabe diskutiert. In der Arbeitsgruppe sind neben dem Tourismusverband auch Unternehmen, Bürgermeister, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der Bäderverband, der Städte- und Gemeindetag sowie das Wirtschaftsministerium vertreten. “Es ist der richtige Weg, eine vernünftige Tourismusfinanzierung mit allen Beteiligten gemeinsam abzuwägen und eine allen Seiten gerechte Lösung zu entwickeln“, betonte Glawe. Der Tourismusminister stellte in diesem Zusammenhang eine zuweilen unterstellte positive Anreizwirkung einer Bettensteuer infrage.

Quelle: PM Nr. 351/13 – 21.11.2013 – WM – Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus

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